Holler Holler Holler…

Die Ernte läuft jetzt auf Hochtouren. Alle packen fleißig mit an – und so hilft die ganze Familie zusammen, dass die Holunderbeeren noch rechtzeitig vor dem Regen in unser Kellerhaus gebracht werden können. Damit uns die Puste beim Schneiden nicht ausgeht, tischt Oma Farthofer ein kräftiges Mittagessen auf.

Seit 1997 wächst und gedeiht die Schwarze Holunderkultur „Haschberg“ auch Sambucus Nigra genannt auf unserem Biohof in Biberbach. Dies ist eine einheimische, österreichische Sorte. Das Ergebnis unserer Ernte waren große, saftige Holunderbeeren. Trotz der enormen Trockenperiode sind die Beeren besonders gut gereift. Durch den Regen vor zwei Wochen konnten sie noch wachsen, und durch die intensiven Sonnenstunden fiel auch der Zuckergehalt sehr hoch aus. Das freut Josef, denn der Zuckergehalt ist für das Destillat entscheidend. Josef macht aus den wunderbaren Holunderbeeren einen feinen Bio-Holunderbrand.

Doch bevor Josef die Beeren verarbeiten kann, müssen die Holunderbeeren noch gerebelt werden – so heißt der Vorgang um die schwarzen, vitaminreichen Beeren von den Dolden zu lösen. Diese werden bei uns nicht einfach in den Müll geschmissen. Wir legen großen Wert auf ressourcenschonenden Umgang mit unseren Rohstoffen. Wir verwenden die Dolden wieder als Dünger. So werden die Dolden auf unser Getreidefeld ausgebracht, wo danach der Schlägler Roggen angebaut werden soll. Natürlich haben wir im Frühjahr auch die herrlich duftenden Holunderblüten geerntet. Aus den weißen Blüten wurde ein Holunderblütengeist gezaubert und etwas Sirup für den Eigengebrauch gemacht.

Ein Mostviertler kulinarischer Evergreen ist übrigens der Hollerröster. Gerade in dieser Zeit färbt sich unsere Zunge oft sehr blauviolett. Hier haben wir unser Rezept für euch:

    • ½ kg Beeren
    • ¼ l Wasser
    • 2 Zitronenscheiben
    • 1 Birne
    • 5 Zwetschken
    • 10 dag Zucker
    • 1/8 l Süß- oder Sauerrahm
    • 2 dag Maizena

    Hollerbeeren mit Zitronenscheiben, Birnenspalten und entkernten Zwetschken weichkochen, zuckern. Mit Rahm und Maizena eindicken..

Giftiger Holunder? Ist doch alles Holler!

Nein, es ist kein Gerücht, dass Holler roh nicht verzerrt werden darf. Bevor man die Wunderbeeren genießen kann, müssen wir ihnen ganz schön einheizen. Die Holunderbeeren enthalten nämlich den Inhaltsstoff „Sambunigrin“, das bei übermäßigem Verzehr zu Verdauungsproblemen oder Magenreizungen führen kann. Aus diesem Grund werden sie vor der Weiterverarbeitung auf ca. 80 Grad erhitzt. Bei diesem Vorgang wird das Gift zersetzt und man kann die kleinen Beeren ruhigen Gewissens genießen und weiterverarbeiten. Holunder gilt übrigens als altes Hausmittel, enthält viel Vitamin C und Mineralstoffe und soll als Draufgabe noch fiebersenkend wirken. Bei Grippe wird es sehr gerne eingesetzt.

2017-09-15T13:52:53+00:00